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	<title>Cesars Eselsohren</title>
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		<title>ENHORABUENA!</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 21:35:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn ich heute die Bücher wiederlese, die mich einst begeisterten, stelle ich fest, dass mich viele nicht mehr fesseln. Das ist hier zum Beispiel nicht der Fall. Jetzt hat es der Langzeitfavorit nun endlich geschafft. Eine längst überfällige Wahl. Und jeder, der gerne schreibt oder damit beginnen möchte, sollte sich das hinter die Ohren schreiben: [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=284&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" src="http://e.peru21.pe/102/ima/0/0/2/2/5/225706.jpg" alt="" width="480" height="250" />Wenn ich heute die Bücher wiederlese, die mich einst begeisterten, stelle ich fest, dass mich viele nicht mehr fesseln. Das ist <a href="../2009/02/16/wo-die-liebe-hinfallt/">hier</a> zum Beispiel nicht der Fall. Jetzt hat es der <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/akademie-ehrt-mario-vargas-llosa-nobelpreis-fuer-zwei-klaviere-1.1009535">Langzeitfavorit</a> nun endlich geschafft. Eine längst überfällige Wahl.</p>
<p>Und jeder, der gerne schreibt oder damit beginnen möchte, sollte sich das hinter die Ohren schreiben:</p>
<p>“Man kann niemandem beibringen, schöpferisch tätig zu sein; höchstens,  wie man schreibt und liest. Den Rest bringt man sich selbst bei, indem  man immer wieder stolpert, stürzt und aufsteht. Darum sollten Sie  endlich anfangen, Romane zu schreiben.”</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://eselsohren.wordpress.com/category/wunder-bar/'>Wunder-Bar</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/eselsohren.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/eselsohren.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/eselsohren.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/eselsohren.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/eselsohren.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/eselsohren.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/eselsohren.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/eselsohren.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/eselsohren.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/eselsohren.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/eselsohren.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/eselsohren.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/eselsohren.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/eselsohren.wordpress.com/284/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=284&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Killer-Thriller</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 22:05:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Selbsterfahrungsprosa von Leuten mit Gewichtsproblemen kann ich nichts anfangen. Mit Lebenshilferatgebern erst recht nicht. Fantasy ödet mich meistens an. Gegen einen gut und intelligent geschriebenen Thriller, möglichst blutig und mit Serienmördern, ist jedoch nicht das Geringste einzuwenden, den ziehe ich mir gewohnheitsmäßig rein, immer mal so zwischendurch. Und Tom Rob Smith baut reichlich grausige [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=278&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://www.thecwa.co.uk/daggers/2008/authors/Tom_Rob_Smith.jpg" alt="" width="218" height="250" />Mit Selbsterfahrungsprosa von Leuten mit Gewichtsproblemen kann ich nichts anfangen. Mit Lebenshilferatgebern erst recht nicht. Fantasy ödet mich meistens an. Gegen einen gut und intelligent geschriebenen Thriller, möglichst blutig und mit Serienmördern, ist jedoch nicht das Geringste einzuwenden, den ziehe ich mir gewohnheitsmäßig rein, immer mal so zwischendurch. Und Tom Rob Smith baut reichlich grausige Morde an Kindern wortgewaltig in sein Erstlingswerk <a href="http://www.amazon.de/Kind-44-Tom-Rob-Smith/dp/3442472075/ref=sr_1_2?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1285970411&amp;sr=1-2">Kind 44</a> ein.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Die stimmungsvolle Beschreibung der Zustände im Russland der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, die Schilderungen der Lebensumstände, sind schlagkräftig und hochgradig pointiert geschrieben. Hunger und Angst sind an der Tagesordnung, das System bestimmt über Leben und Tod. Wer da nicht mitspielt, dem droht im schlimmsten Fall der Gulag und/oder der Tod.</p>
<p style="text-align:justify;">Tom Rob Smith, Jahrgang 1979 mit schwedisch-britischen Wurzeln, schreibt hauptberuflich Drehbücher für Fernsehserien, habe ich gelesen, und das merkt man, er schreibt unglaublich bildlich und der Rhythmus der Geschichte lässt den Anschein erwecken, dass er mit Kind 44 die Vorlage für einen guten (Kino)film geben wollte. An Actionszenen mangelt es jedenfalls nicht, da schöpft er aus dem Vollen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich war mir aber bis heute nicht sicher, ob ich das Buch hier als unbedingt Les-Bar oder sogar fast als Wunder-Bar vorstellen soll, da es gegen Ende etwas nachlässt und etwas weinerlich daherkommt, da ich mich aber dazu entschlossen habe. auch den zweiten Band der Thrillerreihe um den Geheimdienstoffizier Leo Demidow, <a href="http://www.amazon.de/Kolyma-Thriller-Tom-Rob-Smith/dp/3442472350/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1285970411&amp;sr=1-1">Kolyma</a>, zu verlinken, kommt Tom Rob Smith in die Kategorie Les-Bar. Auch dieses Buch fesselt und ist spannend und interessant geschrieben, doch leider bestätigt der Autor in Kolyma den Abwärtstrend, der in Kind 44 zum Ende hin einsetzte.</p>
<p style="text-align:justify;">Als Urlaubslektüre sind beide Bücher jedenfalls sehr zu empfehlen. Ich habe Kind 44 am Strand gelesen und zeitweise war mir das Salzwasser scheißegal. Und das will was heißen! Ich habe mir sogar überlegt, selbst einen Thriller zu schreiben. Der Plot: Ein sodomitischer Mullah flüchtet vor der Zwangsheirat mit einem Kamel nach Ostafrika, erlegt in der Serengeti einen Elefantenbullen mit südamerikanischem Pfeilgift, nachdem er den diensthabenden Wildhüter mit einem 32 Kilo schweren XXL-Koran aus südkoreanischer Massenproduktion erschlagen hat, reißt dem toten Elefanten mit bloßen Händen einen Stoßzahn aus, schnitzt daraus mit Hilfe einer Nagelfeile, die von einer blonden schwedischen Stewardess stammt, deren Flugzeug vom Typ Boeing 767 südlich der Sahel-Zone nach einem Angriff von Freischärlern mit Bazookas abgestürzt war, heimlich im Schutz der Nacht beim trüben Schein einer Ölfunzel, die mit Vorratsbeständen des Sultans von Brunei befeuert wird, dessen siebter Sohn aus 14. Ehe ein Auge auf Carla Bruni geworfen hat, deren Gatte in London ohne sie der Eröffnung der Olympischen Spiele beiwohnt, während die Georgier sauer sind, weil die Osseten es ähnlich machen wie die Tibeter, woran aber letztlich die Russen schuld sind, eine Mohammed-Statue, die gerade einmal 2,5 Millimeter groß ist und ihm nach Fertigstellung prompt aus den Fingern gleitet, um sich dem Blickfeld des Mullahs zu entziehen, der gerade zu Erholungszweckenauf Sylt weilt, weil er es mit den Bronchien hat und… Nein, das lass ich mal lieber, das kann ich nicht, ich verliere den Faden, soll doch Smith besser noch einen Thriller schreiben. Da kann man trotz allem nur cha&#8230;.cha&#8230;.cha&#8230;. wie hieß das noch ? Französisch für „Hut“?</p>
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		<title>&#8230; das ist alles gar nicht meine!&#8220;&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 15:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Zitat aus einem Songtext der Prinzen, das nicht nur gut auf den zu Anfangs überall hochgelobten Debüt-Roman des 16-jährigen Fräuleins Helene Hegemann angewendet werden kann, sondern auch treffend den 1996 erschienenen Roman Soy un escritor frustrado von José Ángel José Ángel Mañas beschreibt. Es ist das dritte Buch von José Ángel Mañas, der schon [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=272&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://www.fotografosartisticos.es/thomas-canet/images/7_Jose_angel_manas_.jpg" alt="" width="216" height="249" />Ein Zitat aus einem Songtext der Prinzen, das nicht nur gut auf den zu Anfangs überall hochgelobten Debüt-Roman des 16-jährigen Fräuleins <a href="http://www.amazon.de/Axolotl-Roadkill-Helene-Hegemann/dp/3550087926/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1281195635&amp;sr=8-1">Helene Hegemann</a> angewendet werden kann, sondern auch treffend den 1996 erschienenen Roman <a href="http://www.amazon.de/escritor-frustrado-Jose-Angel-Manas/dp/8423337367/ref=sr_1_6?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1281192449&amp;sr=8-6">Soy un escritor frustrado</a> von José Ángel José Ángel Mañas beschreibt.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist das dritte Buch von José Ángel Mañas, der schon mit seinem Debutroman <a href="http://www.amazon.de/Historias-Kronen-Jose-Angel-Manas/dp/8423337979/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1281192449&amp;sr=8-4">Historias del Kronen</a> (Geschichten aus der Kronenbar, wurde auch verfilmt) einen Volltreffer landete. Es ist die Geschichte eines Literaturkritikers und Universitätsprofessoren, der einsehen muss, dass man außer dem Wunsch und der Lust am Schreiben &#8211; von Sprachgefühl und Handwerk ganz abgesehen &#8211; eben auch noch Begabung und Talent braucht. Hat er beides nicht. So gar nicht. Nur Frust hat er. Der ist dafür in besonderem Maß vorhanden.</p>
<p style="text-align:justify;">Eines Tages fällt ihm das Manuskript eines seiner Studentinnen in die Hände. Es ist genial, ein Meisterwerk, so stellt er sofort fest, und lässt sich davon (und vom Alkohol) wohl ein bisschen zu viel inspirieren. Ein Plagiat ist eine dumme Sache (eine Entführung sogar ziemlich dumm), es lässt sich jedoch nicht vermeiden, will man einen Bestseller schreiben, so glaubt er.</p>
<p style="text-align:justify;">Als ich den Titel las, befand ich mich gerade in einer Schreibkrise und wollte mich durch dieses Buch ein wenig inspirieren lassen. Beim Lesen dachte ich, oh scheiße, obwohl ja die gesamte Publizistik &#8211; von der Zeitung bis zum Buch &#8211; nun mal eine Abschreibungs-Branche ist und bleibt. Jeder, der schreibt, steht zwangsläufig unter dem Eindruck von Gelesenem. Die Frage ist immer nur, wie stark und wie erkennbar sich die&#8230;.äh&#8230;.Inspiration im Endprodukt niederschlägt.</p>
<p style="text-align:justify;">Soy un escritor frustrado (zu Deutsch: Ich bin ein frustrierter Schriftsteller) ist ein großartiges Buch. Als ich damit durch war, entwickelte sich bei mir die Idee für einen echten Copy Paste Roman, wo jeder Satz aus einem anderen Werk stammt. Quellenangabe natürlich inklusive (im Anhang 100 Seiten fett).</p>
<p style="text-align:justify;">&#8222;Nennt mich Ismael&#8220;, der erste Satz. Und dann folgen ein paar coole Sätze aus Historias del Kronen, ein Buch, das zwar sprachlich unauffällig ist (in die eine wie auch in die andere Richtung), inhaltlich aber vom Anfang bis zum Ende unverschämt ehrlich und brutal nüchtern bleibt (so muss man schreiben!). Das wird ein Fest! Viele Drogen, viel Alkohol, viel Sex, und das alles in Madrid, was will man mehr!</p>
<p style="text-align:justify;">Nein, ich setze jetzt keinen Zwinkersmiley hier rein. Kommt überhaupt nicht in Frage. Und an dieser Stelle möchte ich eines unbedingt noch loswerden: Smileybenutzung hat immer eine von zwei Bedeutungen. Entweder, dass ich nicht in der Lage bin, sprachlich das auszudrücken, was ich eigentlich sagen will. Oder: dass alles, was ich schreibe, eigentlich nie so totalsuperernst gemeint ist, weil ich eigentlich ein ganz lieber bin, der total viel lächelt und auch lustig ist und nett.</p>
<p style="text-align:justify;">José Ángel Mañas schreibt nicht nett. Er schreibt auch nicht lustig. Er sieht das auch nicht so verkrampft und spröde. Man darf ihn deshalb trotzdem lesen (müssen).</p>
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		<title>Obsessive Liebe. Oder leidenschaftliche Illusion</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 22:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Mario Vargas Llosa hat mich wieder überrascht. Mit Tante Julia und der Kunstschreiber hat es angefangen, da hat er mich gepackt. Das grüne Haus ist ein Klassiker, eindrucksvoll und fesselnd. Das böse Mädchen aber, mein drittes Vargas Llosa-Buch, ist so spannend wie ein Krimi. Ich stehe ja eigentlich (sic) gar nicht so auf unerträgliche Liebesgeschichten, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=266&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://www.observatoriofucatel.cl/wp-content/uploads/2008/08/mario-vargas-llosa.jpg" alt="" width="219" height="236" />Mario Vargas Llosa hat mich wieder überrascht. Mit <a href="http://eselsohren.wordpress.com/2009/02/16/wo-die-liebe-hinfallt/">Tante Julia und der Kunstschreiber</a> hat es angefangen, da hat er mich gepackt. <a href="http://www.amazon.de/Das-gr%C3%BCne-Haus-suhrkamp-taschenbuch/dp/3518368427/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1279579981&amp;sr=8-1">Das grüne Haus</a> ist ein Klassiker, eindrucksvoll und fesselnd. <a href="http://www.amazon.de/b%C3%B6se-M%C3%A4dchen-Mario-Vargas-Llosa/dp/3518418327/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1279580020&amp;sr=8-2">Das böse Mädchen</a> aber, mein drittes Vargas Llosa-Buch, ist so spannend wie ein Krimi. Ich stehe ja eigentlich (sic) gar nicht so auf unerträgliche Liebesgeschichten, die durch Bindungsängste auf der einen und Verlustängste auf der anderen Seite von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind (Flinte. Korn) und deren einzige, wenn auch unheimlich leidenschaftliche Anziehungskraft in einer illusionsgeschwängerten Obsession bestehen (Hopfen. Malz), doch diese Geschichte ist gut. Verdammt gut. Obwohl auch das Bitch-O-Meter das ein oder andere Mal heftig ausschlägt, wenn man es an dieses Buch hält.</p>
<p style="text-align:justify;">Da ist dieses böse Mädchen, wie er sie nennt, die einen mit ihrer unverbindlichen und rotzfrechen Art in den Wahnsinn treiben kann. Und da ist dieser gute Junge, wie sie ihn nennt, der sich zum Affen macht, weil er glaubt, dass ihr Schicksal unzertrennlich ineinander verschränkt ist. Natürlich findet man das alles höchst seltsam, natürlich schüttelt man mit dem Kopf, natürlich bewundert man diese dauerhafte Leidenschaft trotzdem. Vielleicht auch weil Mario Vargas Llosa diese Geschichte, die zur Hälfte Autobiografie und zur Hälfte Fiktion sein soll, angenehm leicht und unverkrampft erzählt, so wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Eben soo wie er sie erlebt hat, und man hat das Gefühl, dass er auch die peinlichen Details nicht verschönt, was es absolut glaubhaft macht.</p>
<p style="text-align:justify;">Das böse Mädchen taucht von den Fünfziger- bis zu den Achtzigerjahren öfter in seinem Leben auf als ihm lieb ist und seltener als er wünscht. Und dann verschwindet sie bald darauf wieder und lässt ihn mit gebrochenem Herzen sitzen. Und das in Lima, Paris, Newmarket, London, Tokio, Lagos, Paris, Madrid und Sète als kleine Chilenin, Arlette, Madame Robert Arnoux, Mrs. Richardson, Kuriko, Madame Ricardo Somocurcio und Otilia. Was bleibt ist die unruhige Konstante in seinem Leben, die wie ein Zwang scheint. Interessant ist aber auch die Zeitgeschichte, die unermüdlich mitläuft: Militärdiktatur, Hippies, Skinheads, Aids, Armut, der politische Autor hat es sich nicht nehmen seine Obsessionsgeschichte mit historischen Fakten zu untermalen. Gut so.</p>
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		<title>Es lebe der Schreibsport</title>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 06:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text-Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern war ich bei Hugendubel. Ich bin auch nur ganz zufällig dort vorbei gekommen, hatte aber Glück, denn vor dem Regal mit den Neuigkeiten stand niemand, da konnte ich mir ganz frank und frei die neuen Bücher aus dem Regal ziehen, um mal in Ruhe zu gucken. Nur an der Kasse, da ging es fürs [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=263&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://lernen.schule.at/huch/webdesign_2007/winkler/Fotos/Hobbys/0sport.gif" alt="" width="219" height="236" />Gestern war ich bei Hugendubel. Ich bin auch nur ganz zufällig dort vorbei gekommen, hatte aber Glück, denn vor dem Regal mit den Neuigkeiten stand niemand, da konnte ich mir ganz frank und frei die neuen Bücher aus dem Regal ziehen, um mal in Ruhe zu gucken. Nur an der Kasse, da ging es fürs Erste nicht weiter. Hinter mir stand eine Frau mit einem gebatikten Halstuch und einer Brosche, die einen Stapel Bücher in den Händen hielt. Ich war gespannt, was sie so las: „Sorge dich nicht, lebe“ von Dale Carnegie. Oder „Im Einklang mit mir und der Welt“. „Yin und Yang im Wohnbereich“. Und dann noch „Die sieben Chakren“ von – ich hab´s vergessen.</p>
<p style="text-align:justify;">Gelangweilt wendete ich mich wieder ab, da sprach sie mich an, bei meinem Namen, und es stellte sich heraus, dass es meine ehemalige Kunstlehrerin aus der Mittelstufe war. Anfangs war ich sogar erfreut, doch dann erinnerte ich mich schnell an die miesen Noten, die sie mir gab und beantwortete ihre Fragen nur knapp. Sie wunderte sich, wie sehr ich mich doch verändert habe und war erstaunt, dass ich dieses und jenes tat. Sie nickte anerkennend und empfahl mir dann „I Ging und seine Bedeutung für den Gleichklang der Geschlechter“, einfach so, ungefragt. Das könne sie sehr empfehlen, sagte sie wieder, denn seit sie das gelesen haben, meditieren ihr Mann und sie immer gemeinsam. Ich wusste gar nicht, was ich sagen soll, da erzählte sie mir, dass sie nun nicht mehr als Kunstlehrerin arbeite, sondern sich ganz dem Schreiben widme.</p>
<p style="text-align:justify;">„Ich schreibe.“</p>
<p style="text-align:justify;">Ich fragte sie, was sie denn so schreibe, weil ich immer noch nicht an der Reihe war mit dem Zahlen und ich ja ein höflicher Mensch bin. Ihre Augen glänzten, während sie mir von ersten zaghaften Versuchen berichtete und auch von einem Schreibcoach schwärmte, der Unglaubliches vollbringt, nicht allzu teuer ist, dem Energiearbeit nicht fremd ist und wo sie regelmäßig ein fertiges Kapitel hinschicken kann. Sie wollte ja schon immer einen esoterisch angehauchten Lebenshilfe-Ratgeber in Romanform schreiben, ganz egal wie, sie sehe das sportlich, meinte sie.</p>
<p style="text-align:justify;">Es lebe der Schreibsport! Da nickte sie zufrieden. Der kommt hier nur irgendwie zu kurz, unterbrach ich sie. Da schaute sie verdutzt. Natürlich meine ich Gesamtheit sprachsportlicher Aktivitäten. Da wusste sie nicht, was sie dazu sagen sollte. Wer kennt sie nicht, die Größen des Sports? Meine ehemalige Kunstlehrerin kannte sie nicht und zuckte mit den Schultern. Wer hat nicht mehr die glorreichen Siege vor Augen? Meine ehemalige Kunstlehrerin hatte außer Fragezeichen gar nichts mehr vor Augen. Ich erinnerte sie also an die 4 x 100-Wörter-Staffel von 1960. Nach all den schweren Jahren wieder Gold für Deutschland! Und das in dieser Disziplin! Und dann noch in Rom! Oder an die legendären 10,4 Sekunden von Moritz Sülzmann im Fünfzeilerwettbewerb der Herren. Was haben die, eigentlich ja favorisierten, Japaner damals blass ausgesehen im Halbfinale. Als der große Favorit gehandelt, mussten sie sich mit einem blamablen vierten Platz bescheiden und sich folgerichtig bei ihrer Rückkehr nach Tokio öffentlich in ihre Füllfederhalter stürzten. Die Welt rieb sich verwundert die Augen und wir, ja wir waren wieder wer. Apropos Tokio: Ich erinnerte sie an Barcelona. Keine Ahnung? Die Paralympics von 1992? An den sensationellen Gold- und Silberdoppelschlag unserer Kampflispler, die sich in der Disziplin 50 Silben unsterblich machten? Unvergesslich. Und dann auch noch kniend! Meine persönliche Sternstunde war aber der Goldtriumph unseres Kunststotterers Hebelwart Müller-Rüttmilowitz im Reißen über 20 Sätze. Geschlagene drei Tage hat die ganze Nation gezittert, bis der Ringarzt endlich beherzt eingriff und mit einem Stoß Kortisonspray das unwürdige Schauspiel des Halbfinales beendete und den blau angelaufenen und sichtlich angeschlagenen Ungarn Puskasz den wartenden Logopäden überantwortete. Meine ehemalige Kunstlehrerin war augenscheinlich überfordert, nickte aber schnell zustimmend und fragte mich ob ich das mal lesen wolle, was sie so schreibe.</p>
<p style="text-align:justify;">Nein. Einen Lebenshilfe-Ratgeber schreiben zu wollen ist schlimm.<br />
Einen Lebenshilfe-Ratgeber in Romanform schreiben zu wollen ist noch schlimmer.<br />
Einen esoterisch angehauchten Lebenshilfe-Ratgeber in Romanform schreiben zu wollen ist so schlimm, dass mir die passende Vokabel fehlt.<br />
Das sagte ich ihr und riet ihr spazieren zu gehen, an der frischen Luft, weiter zu malen, die Kinder zu hüten, falls sie welche habe, die Kinder der Nachbarin zu hüten, falls die welche haben, sich für soziale Projekte in der Dritten Welt zu engagieren, einen Orang in Burma zu adoptieren, was eigentlich gar nicht so teuer ist und wenn es gar nicht anders ginge, irgendetwas zu schreiben, wenn sie denn der Meinung sei, es zu müssen und gegen diesen fatalen Drang nicht ankommen könne, aber dann vorzugsweise in ihr Tagebuch, an ihre Schlafzimmerwand, auf die Badezimmerkacheln oder hinter die Ohren, ganz wie sie möchte.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich bat sie, nicht das zu schreiben, was ihr da vorschwebt, und sie musste mir versprechen, fortan niemanden mehr mit diesem Vorhaben zu behelligen, weil sich nicht nur sämtliche Schreibathleten von damals im Grabe herum drehen würden, nein, auch und vor allem weil das Abschreckungspotential gegenüber jedem Menschen mit einem halbwegs klarem Verstand einfach zu groß ist.</p>
<p style="text-align:justify;">„Versprochen?“</p>
<p style="text-align:justify;">Sie sah mich eine Weile stumm und mit ernstem Gesichtsausdruck an. Dann sagte sie, ich hätte mich so gar nicht verändert und sei immer noch der gleiche unverschämte Bengel von früher, der…</p>
<p style="text-align:justify;">
Ich bezahlte mein Buch.<br />
„Neun fünfzig“, sagte die Kassiererin kurz.</p>
<p style="text-align:justify;">Draußen war es bitter kalt.</p>
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		<title>&#8222;Halte dich von offenen Fenstern fern!&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 21:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wunder-Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Seelenbalsam]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Glück gibt es keine festen Regeln und Vorgaben, nach denen das Schreiben funktioniert. Manches wird in einem Rutsch und wie im Rausch geschrieben, anderes Satz für Satz zusammengestichelt. Es gibt regelrechte Bürokraten, die jeden Tag brav fünf Stunden an ihrem Schreibtisch sitzen, so nach dem Prinzip von Thomas Mann oder Hemingway (der allerdings stehend [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=257&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://www.loc.gov/bookfest/2005/bioimages/irving.jpg" alt="" width="208" height="263" />Ein Glück gibt es keine festen Regeln und Vorgaben, nach denen das Schreiben funktioniert. Manches wird in einem Rutsch und wie im Rausch geschrieben, anderes Satz für Satz zusammengestichelt. Es gibt regelrechte Bürokraten, die jeden Tag brav fünf Stunden an ihrem Schreibtisch sitzen, so nach dem Prinzip von Thomas Mann oder Hemingway (der allerdings stehend am Pult schrieb). Triebtäter wie Bukowski oder Miller schmierten im Suff nächtens die Seiten voll und konnten am nächsten Tag die Hälfte nicht mehr entziffern. Und John Irving war als Schüler Legastheniker und sagt, Schreiben sei wie Ringen &#8211; ein täglicher Kampf. Doch dass sein Kampf eine Strategie hat, kann man lesen. Irving weiß genau, was er tut. Man möchte sogar meinen, er schreibt über alles, ohne den Zusatz „und nichts“.</p>
<p style="text-align:justify;">Seine Romane sind gekonnt erdacht, spannend umgesetzt und haben ihren Schwerpunkt eher in der Entwicklung einzelner skurriler Charaktere (die meist innerlich zerrissen sind), als in einem runden Plot, der sich in seinem Roman <a href="http://www.amazon.de/Das-Hotel-Hampshire-John-Irving/dp/3257211945/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1273007405&amp;sr=1-1">Das Hotel New Hampshire</a> um Inzest, Tod, Vergewaltigung, Bären, Prostitution, die Schauspielerei und auch die Schriftstellerei dreht. Auch hier schafft er es, die Erzählstruktur herkömmlich chronologisch und die Sprache einfach zu halten.</p>
<p style="text-align:justify;">Obwohl ich eine Weile brauchte, zog mich diese Geschichte schließlich in ihren Bann, und so wie man im Kino benommen sitzen bleibt, klebte ich am Ende, nach 600 Seiten, an den letzten Silben fest, weil ich mich bestens unterhalten fühlte, und nickte zustimmend: Ja, ich fühlte mich bestens unterhalten. Und dann schlug ich das Buch zu und dachte noch einmal über Iowa Bobs Ratschlag nach, man solle sich fern von offenen Fenstern halten und musste über seine Methode, Tragik auf komische Weise darzustellen, grinsen. Und das ist genau das, was Irving will: Unterhalten.</p>
<p style="text-align:justify;">Sein Roman <a href="http://www.amazon.de/Bis-dich-finde-John-Irving/dp/3257236212/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1273007441&amp;sr=1-1">Bis ich dich finde</a> unterscheidet sich da nur in einem Punkt: Im Umfang. Die fast 1.200 Seiten, auf denen die Geschichte erzählt wird, bekommen dem Roman nicht immer. Vor allem der Mittelteil ist streckenweise etwas langatmig. Das hätte ein mutiger Lektor ruhig etwas kürzen können, denn im Grunde gibt es keine Geschichte, die sich nicht auch mit maximal 300 Seiten erzählen ließe. Das überraschende Ende entschädigt jedoch für den anstrengenden Teil der Lektüre und man hat wieder das Gefühl sich wie zu Hause zu fühlen.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://eselsohren.wordpress.com/category/wunder-bar/'>Wunder-Bar</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/eselsohren.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/eselsohren.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/eselsohren.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/eselsohren.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/eselsohren.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/eselsohren.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/eselsohren.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/eselsohren.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/eselsohren.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/eselsohren.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/eselsohren.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/eselsohren.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/eselsohren.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/eselsohren.wordpress.com/257/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=257&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Dramölett</title>
		<link>http://eselsohren.wordpress.com/2010/04/19/dramolett/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 12:04:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text-Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Aussterben]]></category>
		<category><![CDATA[Buchstabe]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>

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		<description><![CDATA[Da gibt es nichts schönzureden. Böse, Hölle, Österreich, Möse, Frisöse: eine Weltkarriere im Buchstabengeschäft stellt man sich doch anders vor. Im Ernst, ich hab neulich mal ein Ö kennengelernt, in meiner Stammkneipe. Ich war überrascht, weil es schon spät und dieses Ö als Tourist hier war. Wie sich herausstellte, hatte es sich von seiner Reisegruppe [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=252&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3290/2701579239_0849989281.jpg" alt="" width="215" height="192" />Da gibt es nichts schönzureden. Böse, Hölle, Österreich, Möse, Frisöse: eine Weltkarriere im Buchstabengeschäft stellt man sich doch anders vor.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Ernst, ich hab neulich mal ein Ö kennengelernt, in meiner Stammkneipe. Ich war überrascht, weil es schon spät und dieses Ö als Tourist hier war. Wie sich herausstellte, hatte es sich von seiner Reisegruppe abgesetzt. Es setzte sich neben mich an die Bar und seufzte: „Furchtbar. Ein ganzer Bus voller harter Konsonanten und dunkler Vokale. Können Sie sich das vorstellen? Kein I, kein E, von anderen Umlauten ganz zu schweigen. Niemand, mit dem man reden kann. Da bin ich doch lieber allein. Darf ich Ihnen Gesellschaft leisten?“</p>
<p style="text-align:justify;">Das Ö war schon etwas älter, dicke Tränensäcke quollen unter den rot geäderten Pünktchen hervor.  Man konnte ihm ein entbehrungsreiches Leben ansehen. Ich bestellte uns eine Flasche Arran Gold Whiskey Likör, weil es keinen Äppler vertrug.</p>
<p style="text-align:justify;">Es war schon bald etwas angetrunken und wir kamen ins Gespräch. Ich erfuhr, dass es besonders für große Ös im deutschen Sprachraum viel zu wenig Arbeit gibt. Wusstet ihr, dass, abgesehen von Gelegenheitsjobs in der Wirtschaftspresse (Ökologie, Ökonomie, Ölpreis), einem großen Ö nur der steinige weg durch Fachzeitschriften bleibt und das Klinkenputzen bei wissenschaftlichen Kleinverlagen (Ökotrophologie, Östrogen)? Das kann auf die Dauer den stärksten Buchstaben zerbrechen. Ich konnte ihm seine Verbitterung deutlich anmerken, es wurde lang und länger, vor allem, als es von seinem Schwager berichtete, einem Ü, das in jungen Jahren in die Türkei ausgewandert war und dort wohl auf großem Fuß lebte. „Eine imposante Karriere. Sogar die Sprache wird nach ihm benannt. Er ist dort ein Star. Sagen Sie, waren Sie schon in Sachsen? Ich muss… Öhm, entschuldigen Sie mich einen Möment“ Das Ö sprang vom Hocker und verschwand aufs stille Örtchen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich wandte mich wieder meiner Begleitung zu, aber später sah ich noch, wie das Ö sich angeregt mit einem nicht mehr ganz jungen, aber sehr glamourösen Y unterhielt &#8211; das eigentlich ein X war, aber sein zweites Bein geschickt unter einem langen, geschlitzten Rock verbarg &#8211; und immer wieder unverhohlen in dessen Ausschnitt linste. Es brach mir fast das Herz, das arme alte Ö, es merkte gar nicht, daß es einen Transvestiten anflirtete. Dieser knetete ihm die Pünktchen, was ihm augenscheinlich einen Höllenspaß bereitete. Es röhrte vor Vergnügen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich sah mir das Ganze eine Weile an, doch dann gab ich ihm einen Wink. Dann noch einen. Und noch einen. Ja, das dauerte alles ein bisschen länger, weil das Ö ein bisschen schwer von Begriff war. Kein Wunder, wird es doch mal so und mal so geschrieben. Das kann ganz schön verwirrend sein, da bin ich sicher, doch als es dann endlich kapierte was Sache ist, gab es mir später als Dank, heimlich im Schutz der Nacht beim trüben Schein einer Ölfunzel, eine Kostprobe schönster Pösie. Diese Dramolödie obszönen Heröntums flötete sich schöner und melodiöser ins Ohr als alles, was ich bisher gehört hatte. Viel schöner noch als Motörhead, das könnt ihr mir glauben, und abwechslungsreicher als Grönemeyers Ö, das muss man sich mal vorstellen! Dafür musste ich lediglich versprechen, es in Itzehö zu besuchen und so häufig wie nur irgend möglich zu benutzen, damit endlich mal das oft ein trauriges Schattendasein fristende Ö zu seinem Recht kommt.</p>
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		<title>Für Dirty</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 21:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text-Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Bukowski]]></category>
		<category><![CDATA[Dirty]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute vor ein paar Jahren war das Wetter auch den ganzen Tag nur so mittel. Echten Schnee gab es auch nicht, doch dafür hatte ich dann Stress mit der Staatsgewalt. Mein Kumpel Bukowski musste zu einer Dichterlesung ins Frankfurter Gallusviertel. Er fragte, ob ich mit dahin gehe, ich sagte, Gallusviertel, das ist schon mal per [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=246&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://www.rossrunfola.com/bukowskiimages/Bukowski-Words.gif" alt="" width="224" height="241" />Heute vor ein paar Jahren war das Wetter auch den ganzen Tag nur so mittel. Echten Schnee gab es auch nicht, doch dafür hatte ich dann Stress mit der Staatsgewalt. Mein Kumpel Bukowski musste zu einer Dichterlesung ins Frankfurter Gallusviertel. Er fragte, ob ich mit dahin gehe, ich sagte, Gallusviertel, das ist schon mal per se ein Witz, aber, na ja, wir sind alte Freunde.</p>
<p style="text-align:justify;">Man versprach uns fünfzig Prozent Rabatt aufs Essen, das machte es angenehmer, wir mussten dafür aber am Ende einen zweiseitigen Fragebogen ausfüllen, das war ziemlich nervig. Da gab es allerlei Felder zum ankreuzen: wie einem das Essen geschmeckt habe; die Qualität der Bedienung durfte ich auch beurteilen, und den Wein. „Der hat mich milde gestimmt“, habe ich dann geschrieben, und mir verkniffen, in dem Bereich „weitere Anmerkungen“ näher zu beschreiben, wie ich fast ums Leben gekommen wäre, weil die Scholle so viele kleine, aber erstaunlich drahtige Gräten enthielt. Ich weiß ja auch nicht, was die Parteifuzzis sich dabei gedacht haben. Das war kein Essen, das war gar nichts. Bukowski schrieb nichts, er malte in jedes der Kästchen einen Penis. Mal einen kleinen Penis, mal einen großen Penis oder auch nur einen Sack mit Haaren. Ich sagte, Dirty, das kannst du besser.</p>
<p style="text-align:justify;">Dann kam der Parteivorsitzende, der die ganze Show veranstaltete, für seine Parteifreunde und auch für seine Frau, so wie er sie die ganze Zeit über ansah. Hübsch war sie, keine Frage, ein wenig alt vielleicht, aber Dirty war’s egal, er hatte schon gehörig einen sitzen. Ach so, das sollte ich vielleicht noch erwähnt haben: Das Ganze fand in einer demokratischen Parteizentrale statt.</p>
<p style="text-align:justify;">Dirty las und kaum war es vorbei, baggerte er auch prompt die Frau vom Parteivorsitzenden an, er war ja schon dicht, als wir hinkamen. Das wurde beim Essen nicht besser und beim Lesen erst recht nicht. Er baggerte wie ein Weltmeister und die Alte hatte scheinbar nichts gegen, ich meine, er kann ja auch charmant sein. Dieser Parteimensch jedoch, ein humorloser Typ, der war so gar nicht charmant. Er rief seinen Türsteher, einen riesigen Affen ohne Haare. Der rempelt meinen Kumpel so unglücklich an, dass er selbst hinfiel. Dirty hat kaum was gemacht, wirklich, das schwöre ich. Ich wollte diese Parteimenschen alle etwas besänftigen und fasse einen davon unglücklicherweise so bei der Schulter, dass er ebenfalls sehr unglücklich hinfiel, ich konnte es kaum fassen. Im Publikum waren natürlich ein paar Hysteriker, so wie immer, die die Bullen riefen.</p>
<p style="text-align:justify;">Die sackten uns gleich ein. Dirty wurde erst an eine Wand genagelt und mir, wie das Leben eben oft spielt, lief ein Bulle direkt vor die Faust. Mit dem Kinn. Er duckte sich extra so, dass das Kinn exakt an der Faust landete. Man könnte schon durchaus sagen, da war Arglist im Spiel. Meine Faust tat jedenfalls höllisch weh. Aber gekümmert hat sich kein Mensch darum, wegen des Bullen allerdings, da musste gleich ein Krankenwagen kommen, verrückte Welt. Der Parteimensch riet mir noch im Vorbeigehen, dass ich ja noch viel zu lernen habe, da konnte ich nicht anders und verpasste ihm eins auf die Nase. Absichtlich mit meiner Schuhsohle, das schwöre ich.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf der Wache wollte man von uns beiden wissen, was denn genau passiert sei und wie wir auf die bescheuerte Idee kamen, überhaupt so nen Quatsch zu starten. Dirty grinste und erzählte dem Wachtmeister, dass er sonst nichts besseres zu tun habe. Das sei ja jedes Jahr die gleiche Leier. Saufen, essen, Geschenke, er sei ja eher für Auge um Auge und Zahn um Zahn. Dann erzählte er dem Wachtmeister eine Geschichte, weil dieser unbedingt eine von ihm hören wollte. Also, begann er, da sind zwei konkurierende Brüder. Der Kain ist Augenarzt und Raucher, und der Abel, Nichtraucher, ist Zahnarzt. Abel ist aber viel beliebter beim Papa, der Rauchen Scheiße findet. Papa hat eine Bonbonfabrik und versorgt den Zahnarzt immer mit Kariespatienten. Der Vorschlag von Kain, die Bonbons in so grelles Papier zu verpacken, dass die Leute schlechte Augen davon bekommen, lehnt der Vater ab. Daraufhin fühlt Kain sich ungeliebt und zurückgesetzt und erschlägt den Abel, der dann eilig als Geist zurückkehrt. Als Vater, Sohn und eiliger Geist gründen die drei dann eine Sekte auf Basis zusammengestückelter Bibelstellen. Der Vater verkauft Ablasssüßigkeiten, der Sohn heilt weiter die Kranken und der eilige Geist bröselt Camel-Zigarettentabak durch Nadelöhre und will damit beweisen, dass man auch als Raucher in den Himmel kommen kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Wachtmeister lachte und am nächsten Morgen kamen wir sogar gegen Kaution wieder frei. Dirty zahlte, ich meine, genug Asche hat er ja. Sie verlangten zwar so einige Euros, doch die zog er in bar aus der Gesäßtasche, was verwirrte Blicke zur Folge hatte. Dumm war nur die Sache mit den Tütchen. Er drückte sie, als gerade die Bullen anrückten, noch der Frau vom Parteivorsitzenden in die Hand und sagte ihr, sie solle gut darauf aufpassen. Inzwischen wissen wir, dass sie sie in die Zuckerdose entleert hat. Ich sag mal so: Das waren jetzt 200, einfach so für null weggeschmissen. Ich befürchtete, Dirty müsse in nächster Zeit ein bisschen ranklotzen, um das wettzumachen. Aber er sagte, egal was kommt &#8211; nie wieder macht er eine Dichterlesung im Gallusviertel. Und schon gar nicht für irgendeine Partei. „Politik ist total scheiße“, bellte er. Ja, Knastluft macht so elend blass, obschon ich sonst gar nichts gegen so ein bisschen vornehm-intellektuelle Blässe habe. Aber man muss ja nicht gleich aussehen, als wäre man durch den Abwasserkanal der Kalkfabrik geschwommen. Jetzt muss ich mich jeden Tag &#8216;ne Stunde vor die Proll-Röhre setzen, um wenigstens wieder ein bisschen Farbe zu kriegen. Total scheiße.</p>
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		<title>Projekt Bestseller 2010</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 16:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text-Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Vize-Gott]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Brüder und Schwestern, wie Ihr sicherlich wisst, hauen sich die Menschen auf der ganzen Welt gegenseitig die Köpfe ein und auch uns, in Deutschland, steht ein schweres und schier unlösbares Jahr bevor. Die Zeit der Dekadenz, des Verfalls von Tugenden und Sitten veranlasste meinen Kumpel Joseph mich einzuladen, um mir von seiner Idee zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=239&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://www.figu.org/ch/files/images/ratzinger.jpg" alt="" width="216" height="236" />Liebe Brüder und Schwestern, wie Ihr sicherlich wisst, hauen sich die Menschen auf der ganzen Welt gegenseitig die Köpfe ein und auch uns, in Deutschland, steht ein schweres und schier unlösbares Jahr bevor. Die Zeit der Dekadenz, des Verfalls von Tugenden und Sitten veranlasste meinen Kumpel Joseph mich einzuladen, um mir von seiner Idee zu berichten. Er wollte wissen, was ich davon halte.</p>
<p style="text-align:justify;">Mein Freund Joseph, ein berühmter Verfasser geistreicher Texte, erzählte mir gestern Abend, in seiner bescheidenden Hütte bei einer guten Flasche Rotwein und lecker Brot, von seiner Idee, wie man denn dieser schweren Zeit entgegen wirken und den Menschen wieder das Gefühl vermitteln könne, dass alles Eins sei. Nein, auch nicht um negative Kritik soll es sich drehen, sondern um die Ausweitung eines Vernunftbegriffs und seines Gebrauchs, darum gehe es ihm. Denn bei aller Freude über die neuen Möglichkeiten des Menschen sehe er auch die Bedrohungen, die aus diesen Möglichkeiten aufsteigen und so müsse man sich fragen, wie wir, alle Menschen auf Gottes Erden, ihrer Herr werden können. Wir können es nur, so erklärte er mir, wenn Vernunft und Glaube auf neue Weise zueinanderfinden; wenn wir die selbst verfügte Beschränkung der Vernunft auf das im Experiment Falsifizierbare überwinden und der Vernunft ihre ganze Weite wieder eröffnen. In diesem Sinn gehöre die Theologie nicht nur als historische und humanwissenschaftliche Disziplin, sondern als eigentliche Theologie, als Frage nach der Vernunft des Glaubens an die Universität und in ihren weiten Dialog der Wissenschaften hinein.</p>
<p style="text-align:justify;">Nur so werden wir auch zum wirklichen Dialog der Kulturen und Religionen fähig, dessen wir so dringend bedürfen, so versuchte er es mir zu erklären. In der westlichen Welt herrsche nämlich weithin die Meinung, allein die positivistische Vernunft und die ihr zugehörigen Formen der Philosophie seien universal. Aber von den tief religiösen Kulturen der Welt wird gerade dieser Ausschluss des Göttlichen aus der Universalität der Vernunft als Verstoß gegen ihre innersten Überzeugungen angesehen. Eine Vernunft, die dem Göttlichen gegenüber taub ist und Religion in den Bereich der Subkulturen abdrängt, ist unfähig zum Dialog der Kulturen.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Westen sei zudem seit langem von dieser Abneigung gegen die grundlegenden Fragen seiner Vernunft bedroht und kann damit nur einen großen Schaden erleiden, fuhr er fort. Mut zur Weite der Vernunft, nicht Absage an ihre Größe, das ist das Programm, mit dem eine dem biblischen Glauben verpflichtete Theologie in den Disput der Gegenwart eintritt. „Nicht vernunftgemäß handeln ist dem Wesen Gottes zuwider“, hat Manuel II. angeblich von seinem christlichen Gottesbild her zu seinem persischen Gesprächspartner gesagt. In diesen großen Logos, in diese Weite der Vernunft, möchte er alle interessierten Gesprächspartner in den Dialog der Kulturen einladen. Schließlich sei ja alles Eins, wiederholte er. Und deshalb möchte er jetzt ein Buch darüber schreiben.</p>
<p style="text-align:justify;">Hoffentlich stimmt das Quellenverzeichnis, sagte ich. Ja, hoffentlich, murmelte er und fügte schnell hinzu, dass für Atheisten und Agnostiker, die Zeichnungen in schwarz/weiß seien, damit man es immerhin als Ausmalbuch benutzen könne. Er verriet mir, dass er gegenwärtig auf der Suche nach einem Verlag sei, der das ganze Zeug druckt, und er spiele mit dem Gedanken, das Projekt notfalls auch über BOD zu realisieren. Vielleicht beauftragt er aber auch ein paar Mönche, das Ganze von Hand zu schreiben. Die Jungs haben sonst sowieso nichts zu tun, meinte er. Dass er selbst diese Idee sehr gut findet, muss nichts eigens erwähnt werden, denn schließlich ist er ja Vize-Gott.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich selbst habe kaum ein Wort verstanden und frage mich auch, wie es sich mit zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben verhält, wenn angeblich alles Eins ist, wie er behauptet. Naja, vielleicht ist das höhere Mathematik im systemischen Sinne des Allerhöchsten und letztendlich einerlei und nicht so wichtig.</p>
<p style="text-align:justify;">In diesem Sinne – immer heiter, Gott hilft weiter</p>
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		<title>„Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist matt. Euer Land ist wüst…“</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 20:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eselsohren</dc:creator>
				<category><![CDATA[Les-Bar]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Figur, die das sagt, hat nen Sockenschuss, das steht fest, und auch ihr Schöpfer, Helmut Krausser, der in seinem neuen Werk das Liebesleben in der Großstadt beleuchtet, scheint nicht davor gefeit. Gott sei Dank! Um aus „Einigkeit und Recht und Freiheit“ Einsamkeit und Sex und Mitleid für das ganze deutsche Vaterland zu machen, braucht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eselsohren.wordpress.com&amp;blog=6573098&amp;post=237&amp;subd=eselsohren&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://www.dumont-buchverlag.de/media/5/thumbnails/Krausser_FJ08.JPG.1667.JPG" alt="" width="210" height="231" />Die Figur, die das sagt, hat nen Sockenschuss, das steht fest, und auch ihr Schöpfer, Helmut Krausser, der in seinem neuen Werk das Liebesleben in der Großstadt beleuchtet, scheint nicht davor gefeit. Gott sei Dank!</p>
<p style="text-align:justify;">Um aus „Einigkeit und Recht und Freiheit“ <a href="http://www.amazon.de/Einsamkeit-Sex-Mitleid-Helmut-Krausser/dp/3832180923/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1268078161&amp;sr=1-1">Einsamkeit und Sex und Mitleid</a> für das ganze deutsche Vaterland zu machen, braucht es nen Knall, damit die vielen Einzelschicksale am Ende zu einer Geschichte zusammen wachsen.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Autor erzählt von Paaren; wie sie sich finden, verlieren, verlieben, entlieben und neu gruppieren – und wie unerträglich leicht das alles ist. Sex spielt dabei die zentrale Rolle, er ist den Figuren besonders wichtig. Und bei wem das nicht so ist, der hat es schwer. Sehr schwer. Nein, der Autor problematisiert nicht, er erzählt mit schwarzem Humor, doch an manchen Stellen entsteht trotzdem ein pauschalisierendes, banalisierendes Geschwurbel ohne jeglichen Erkenntniswert. Leider lässt es sich nicht vermeiden. Ich glaube sogar, das war Absicht. Und das macht das Buch erträglich.</p>
<p style="text-align:justify;">Ja, ich habe es gerne gelesen, weil ich trotz Sockenschuss nicht mit Sinnhuberei erschlagen wurde (obwohl ich auch durchdachtes Geschwurbel nicht ausstehen kann), weil die Dialoge köstlich und mit viel sozialpsychologischem Feingefühl Volkes Stimme abgelauscht sind, weil hier die Klischeebürste benutzt wurde.</p>
<p style="text-align:justify;">Krausser wählte Berlin, aber die Probleme, die er anspricht sind weder spezifisch berlinerisch noch deutsch noch neu, sondern lassen sich weltweit in Dutzenden Metropolen antreffen. Es handelt sich schlichtweg um eine Art urbanen Dauerstress, bedingt durch die Tatsache, dass viele Menschen auf vergleichsweise engem Raum zusammen leben. Ich glaube, da ist es völlig normal, dass man den Überblick und damit den Blick aufs Wesentliche verliert.</p>
<p style="text-align:justify;">PS: Um die Verwirrung komplett zu machen, erlaube ich mir folgenden Hinweis: Der Begriff Sockenschuss bezeichnet ursprünglich das Aneinanderheften zweier Socken mit dünnem Garn zu dem Zweck, die Paare nach der Wäsche nicht mühselig wieder zusammen suchen zu müssen. Die Anwendung des Wortes Sockenschuss auf Leute, die nicht ganz sauber ticken, dürfte aber wohl einen anderen Hintergrund haben: Es gibt die Redewendung „einen in den Socken haben“ für betrunken sein, und im Theken-Jargon bedeutet „sich abschießen“ so viel wie sich hackedicht saufen. Vermutlich greift der Sockenschuss als Beschreibung einer Persönlichkeitsstörung auf den Gedanken zurück, dass Leute mit einem solchen irgendwie natur- und dauerbesoffen wirken, auch wenn sie null Promille im Blut haben.</p>
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